Marktkommentar

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Heizölpreise zwischen Hoffen und Bangen

Ausgebremst ist die Kletterpartie der Ölpreise - fürs Erste. Dafür sorgten die wöchentlichen Zahlen zu den Veränderungen der Ölbestände in den USA gestern am späten Abend. Das American Petroleum Institute (API) meldete, dass die Vorräte an Rohöl und Benzin gestiegen sind. Der Impuls ist preisdämpfend. Ob er sich heute halten kann, ist offen.

Es bleibt abzuwarten, wie die offiziellen US-Ölbestandsdaten ausfallen, die das Department of Energy (DOE) um 16.30 Uhr veröffentlicht. Untermauern sie die Aussagen des API und üben damit ebenfalls Druck auf die Rohölpreise aus? Oder setzt sich erneut die preistreibende Stimmung durch, die in den letzten Tagen unter den Marktteilnehmern herrschte. Der EIA-Monatsbericht könnte diese weiter befeuern. Die Statistikbehörde im US-Energieministerium, EIA, lieferte in der Nacht frische Daten zur Entwicklung von Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt und sieht die Lage deutlich knapper als im letzten Bericht. Im Vergleich zu den vorhergehenden Monatsberichten hebt die EIA deshalb ihre Preisprognosen für WTI und Brent für 2018 und 2019 deutlich an. Die Behörde geht zudem davon aus, dass die Ölvorräte in den USA und weltweit niedriger sein werden als bisher angenommen, wenngleich sie leicht steigen sollen.

Stützend bleiben weiterhin die Sorgen der Trader, die immer wieder dazu führen, dass Risikoprämien eingepreist werden. Dazu zählen der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie geopolitische Risiken im Nahen und Mittleren Osten. Fakten, Launen, Stimmungen, Unvorhersehbares, Spekulation - das ist die Mischung, aus der die Preisentwicklung an den Börsen gemacht wird. Es bleibt spannend, was sich heute durchsetzen wird.

Ein stetiger Preisanstieg kennzeichnete den Börsentag an ICE und NYMEX gestern, bis die API-Daten dem in den Abendstunden ein Ende setzten. Sie bremsten das Aufwärtspotenzial zunächst aus und so starten die Notierungen für Rohöl heute zwar auf höherem Niveau als gestern früh, jedoch unterhalb der Tageshöchstwerte.

Das Barrel der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet zurzeit 65,29 Dollar Tendenz: steigend. Die Nordseesorte Brent steht bei 70,73 US-Dollar Tendenz: steigend das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 629,00 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Der US-Dollar ist heute Morgen für 0,8082 Euro Tendenz: fallend zu haben. Damit kostet der Euro 1,2369 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt



Die Heizölpreise starten heute noch einmal höher als gestern. In der aktuellen Heizölpreis-Tendenz durchbricht der Preis die obere Grenze des seitwärts gerichteten Trendkanals. Ein weiterer Anstieg würde zum Aufwärtstrend führen. Noch ist das offen.

Impulse vom Rohölmarkt sollten im Tagesverlauf die Richtung vorgeben. Das frühlingshafte Wetter der letzten Tage ist weit verlockender als die steigenden Heizölpreise. Heizölkäufer sind insgesamt zurückhaltender. Kunden, deren Vorrat zur Neige geht, bestellen aber nach wie vor. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt das mit einer mittleren Kaufbereitschaft an. Es setzt die Anfragen für Heizöl ins Verhältnis zu den tatsächlich aufgegebenen Bestellungen. Nimmt die Anzahl der Bestellungen im Verhältnis zu den Anfragen zu, spricht das für eine hohe Kaufbereitschaft. Mit 67 Prozent ist die Hoffnung auf künftig sinkende Preise in der Lesereinschätzung recht mager ausgeprägt. Wen wundert das?

Die Preistrends sind durchwachsen. Kurzfristig (3 Monate) geht es aufwärts. In der 6- und der 12-Monatsansicht zeigen sich noch Seitwärtstrends. Steigt der Preis heute weiter, könnten sie sich aufwärts ausrichten. In den längerfristigen Charts (3 und 5 Jahre) prognostizieren die Trendkanäle steigende Preise. Allein in der sehr langfristigen 10-Jahresansicht geht es unbeirrt abwärts.

So bleibt es bei dem Rat für alle Unentschlossenen: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt und Sie gern auf Nummer sicher gehen, dann sollten Sie bestellen. Liegt Ihnen das Spekulieren, dann bietet es sich an, zunächst einen Teil des Bedarfs zu decken, um bei einem etwaigen Preisabgang noch einmal zugreifen zu können. Geduld ist dafür derzeit allerdings unabdingbar.

Um gute Kaufzeitpunkte optimal nutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm messen Sie den Füllstand Ihres Heizöltanks jederzeit einfach per Knopfdruck.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.