Marktkommentar

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Heizölpreise ziehen moderat an

Internationaler Markt



Die Ölpreise sind im Vergleich zu gestern leicht gestiegen, bleiben jedoch deutlich unter den bisherigen Jahreshochs. Das US-amerikanische Rohöl WTI notiert aktuell bei rund 63,50 Dollar das Barrel (159 Liter). Im Januar war der Preis knapp über 66 Dollar geklettert und lag beim letzten Hoch Ende März nur knapp darunter.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Veränderungen der US-Ölbestände waren gestern die zentralen Themen an den Ölbörsen. Erstes brachte die Kurse am Vormittag auf Talfahrt, zweites trieb sie am Nachmittag wieder steil aufwärts. So kamen die Ölnotierungen am Ende des Handelstages zurück auf ihr Eröffnungsniveau.

Die chinesische Regierung hatte am Morgen verlauten lassen, dass sie Gegenmaßnahmen ergreifen werde, sollten die USA die am Dienstag angekündigten Strafzölle auf Importe aus China im Wert von 50 Milliarden Dollar umsetzen. Die chinesischen Maßnahmen würden das gleiche Volumen haben und auch Produkte aus dem Energiesektor betreffen. Bislang ist lediglich die Rede von Propan und einigen petrochemischen US-Waren. Allerdings macht die Reaktion deutlich, dass China bereit sein könnte auch US-Rohöl mit Strafzöllen zu belegen. Die Marktteilnehmer befürchten, der Schlagabtausch könne sich zu einem Handelskrieg ausweiten, das globale Wirtschaftswachstum schwächen und die Ölnachfrage deutlich sinken lassen.

Am Nachmittag brachten die offiziellen US-Ölbestandsdaten für die abgelaufene Berichtswoche dann die Wende an ICE und NYMEX. Die Zahlen des Department of Energy (DOE) trieben die Preise aufwärts. Grund sind die deutlichen Abbauten bei den Rohölbeständen, ein hohes Niveau bei den US-Rohölexporten, sowie eine robuste Gesamtnachfrage nach Ölprodukten.

Die Veränderung der Öl-Bestände in den USA in Zahlen:

Rohöl: -3,3 Mio. Barrel (API) bzw. -4,6 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: +2,2 Mio. Barrel (API) bzw. +0,5 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: +1,1Mio. Barrel (API) bzw. -1,1 Mio. Barrel (DOE)

Ausblick: Die Marktteilnehmer werden die Entwicklung im Handelsstreit weiter im Blick behalten. Sollten die beteiligten Länder diesen beilegen können, hätte das sicher einen preistreibenden Effekt auf die Ölpreise. Einzelne Analysten sehen den Preis für WTI dann bei 70 Dollar. Eskaliert der Streit weiter, würde das alle Prognosen für 2018 durcheinanderbringen. Die derzeit noch knappe Marktlage könnte dann wesentlich deutlicher in eine Überversorgung kippen und die Ölpreise stark drücken.

Heute Morgen starten die Rohölpreise auf leicht höherem Niveau und bewegen sich in enger Spanne. Das Barrel der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet zurzeit 63,50 Dollar Tendenz: steigend. Die Nordseesorte Brent steht bei 68,22 US-Dollar Tendenz: steigend das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 611,25 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Der US-Dollar ist heute Morgen für 0,8156 Euro Tendenz: steigend zu haben. Damit kostet der Euro 1,2257 Dollar Tendenz: fallend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt



Die Heizölpreise nehmen deutschlandweit heute Morgen die Aufwärtsrichtung. Mit im Schnitt 61 Euro pro 100 Liter (Standardlieferung) bleibt Heizöl einen Euro unter dem letzten Höchststand Ende März. Die aktuelle Heizölpreis-Tendenz zeigt das deutlich.

Wer derzeit Heizöl benötigt, ist sicher nicht glücklich über das angehobene Preisniveau in diesem Jahr, aber doch froh, dass die Preise den Bereich der Höchststände wieder verlassen haben. Die Marktbeobachter bleiben aktiv und bestellen. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl steht auf dem höchsten Wert für die Kaufbereitschaft. Es setzt die Anfragen für Heizöl ins Verhältnis zu den tatsächlich aufgegebenen Bestellungen. Nimmt die Anzahl der Bestellungen im Verhältnis zu den Anfragen zu, spricht das für eine hohe Kaufbereitschaft. Die Hoffnung auf sinkende Preise ist etwas zurückgegangen. In der Lesereinschätzung steht sie auf 82 %.

Der Blick auf die Preistrends ist wenig aufbauend für Verbraucher. In allen kurz- und längerfristigen Zeitabschnitten weisen unsere Charts Aufwärtstrends aus. Mittelfristig (1 Jahr) geht es seitwärts. Lediglich die sehr langfristige 10-Jahresansicht prognostiziert sinkende Ölpreise.

Der Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt und Sie gern auf Nummer sicher gehen, dann sollten Sie jetzt bestellen. Liegt Ihnen das Spekulieren, dann bietet es sich an, zunächst einen Teil des Bedarfs zu decken, um bei einem etwaigen Preisabgang noch einmal zugreifen zu können. Geduld ist dafür derzeit allerdings unabdingbar.

Um gute Kaufzeitpunkte optimal nutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm messen Sie den Füllstand Ihres Heizöltanks jederzeit einfach per Knopfdruck.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.