Marktkommentar

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Heizölpreise: Ölmarkt treibt Preise im Binnenland vor sich her

Internationaler Markt



Unsicherheiten prägen die Stimmung am Ölmarkt und machen sie preistreibend. Zur Wochenmitte haben die Veränderungen der US-Ölbestände die volle Aufmerksamkeit erlangt, weil sie für die Saison unerwartet gesunken sind. Damit gibt es noch einmal eine kräftige Unterstützung für die preispuschende Seite der Medaille. Das Department of Energy (DOE) bestätigte gestern Nachmittag die Zahlen des Branchenverbandes American Petroleum Institute (API) von Dienstagabend. Danach kam es zu einer Preisrallye an ICE und NYMEX. Die Rohölvorräte in den USA sind in der vergangenen Woche gesunken. Die Reserven an Benzin und Destillaten (Heizöl und Diesel) gingen in der Berichtswoche ebenfalls zurück.

Die Veränderung der Öl-Bestände in den USA in Zahlen:

Rohöl: -2,7 Mio. Barrel (API) bzw. -2,6 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -1,9 Mio. Barrel (API) bzw. -2,0 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -1,1 Mio. Barrel (API) bzw. -1,7 Mio. Barrel (DOE)

Noch vor Kurzem herrschte nahezu Einigkeit darüber, dass die knappe Marktlage in eine Überversorgung wechselt und die Ölpreise im Jahresverlauf nachgeben werden. Das dahinter stehende Gedankengerüst, ist nun jedoch gewaltig ins Wanken geraten. In den letzten Tagen ist wieder mehr in den Fokus gerückt, dass die Ölproduktion durch Risikofaktoren entscheidend sinken könnte. Damit bliebe die globale Knappheit bestehen und die Preise würden sich auf höherem Niveau halten. Die befürchteten Iran-Sanktionen und ein Kollaps der heruntergewirtschafteten Ölindustrie in Venezuela sind die Indikatoren dafür.

Derzeit kommt die OPEC ihrem Ziel immer näher, mit den Produktionskürzungen die weltweiten Ölbestände auf den 5-Jahresdurchschnittswert zu senken. Gestern sprachen Vertreter des Kartells von Überlegungen, die Kürzungsmaßnahmen zu verlängern und einen 7-Jahresdurchschnitt anzustreben. Auch das würde dem Markt weitere Ölmengen nehmen.

Dem gegenüber steht der erwartete Ölboom aus den USA, der für einen Teil der Analysten weiterhin mit einer Überversorgung und sinkenden Ölpreisen rechnen lässt. Wie die Preisentwicklung in diesem Jahr verlaufen wird, bleibt derzeit reine Spekulation. Es gibt gute Argumente für beide Richtungen. Aktuell dominiert erst einmal die preistreibende Seite.

Heute Morgen starten die Rohölpreise auf deutlich höherem Niveau als gestern. Sie tendieren zunächst leicht abwärts. Der Euro notiert wieder fester und federt dadurch die Preissteigerung für Heizöl im Binnenmarkt etwas ab.

Das Barrel der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet zurzeit 65,13 Dollar Tendenz: steigend. Die Nordseesorte Brent steht bei 69,38 US-Dollar Tendenz: steigend das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 610,75 Dollar Tendenz: steigend gehandelt. Der US-Dollar ist heute Morgen für 0,8092 Euro Tendenz: fallend zu haben. Damit kostet der Euro 1,2353 Dollar Tendenz: steigend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt



Die Heizölpreise bewegen sich heute früh auf hohem Niveau, nachdem Rohöl gestern deutlich teurer wurde. In der aktuellen Heizölpreis-Tendenz hat das mehrere Trendwechsel ausgelöst. Die 3-Monatsansicht ist nunmehr steil aufwärts gerichtet.

Auslöser dafür, dass die Heizölkunden sich in der nahen Zukunft auf steigende Preise einstellen müssen, ist ein Stimmungswechsel am Ölmarkt. Dieser ist allerdings nicht in Stein gemeißelt. Marktbeobachter bestellen weiter rege. Ihre Devise: Sicher ist sicher. Das zeigt unser Schwarm-O-Meter für Heizöl. Es setzt die Anfragen für Heizöl ins Verhältnis zu den tatsächlich aufgegebenen Bestellungen. Nimmt die Anzahl der Bestellungen im Verhältnis zu den Anfragen zu, spricht das für eine hohe Kaufbereitschaft. Unserer Lesereinschätzung können Sie entnehmen, dass die Hoffnung auf sinkende Preise im Keller ist.

Eine bittere Pille für Verbraucher: Die Preistrends haben sich gedreht. In den kurzfristigen Zeiträumen (3 und 6 Monate) weisen sie aufwärts. In der 12-Monatsansicht ist die Richtungsentscheidung „seitwärts“ gefallen. In den längerfristigen Charts prognostizieren die Trendkanäle steigende Preise, während es in der sehr langfristigen 10-Jahresansicht unbeirrt abwärts geht.

Der Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt und Sie gern auf Nummer sicher gehen, dann sollten Sie jetzt bestellen. Liegt Ihnen das Spekulieren, dann bietet es sich an, zunächst einen Teil des Bedarfs zu decken, um bei einer günstigeren Gelegenheit später im Jahr noch einmal zugreifen zu können. Geduld ist dafür derzeit allerdings unabdingbar.

Um gute Kaufzeitpunkte optimal nutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm messen Sie den Füllstand Ihres Heizöltanks jederzeit einfach per Knopfdruck.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.