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Heizölpreise: Neues aus der OPEC-Gerüchteküche

Internationaler Markt



Gerüchte, die OPEC könne ihre Produktionskürzungen zurückfahren und wieder mehr Rohöl auf den Markt bringen, machen die Runde. Angeblich soll es noch in dieser Woche Gespräche zwischen Russland, Saudi-Arabien und weiteren OPEC-Mitgliedern geben, in denen sich die Partner des Kürzungsabkommens über eine Lockerung der bisherigen Maßnahmen austauschen wollen. Diese zunächst unbestätigte Nachricht sorgt dafür, dass die eigentlich hohen Ölpreise einen Gang runterschalten. Zudem nahmen Trader gestern Abend Gewinne mit. Beides lässt die Notierungen heute Morgen weicher in den Tag starten.

Nach wie vor stützen die befürchteten und die realen Produktionsrückgänge im Iran und in Venezuela die Preise für Rohöl. Daran wird sich so schnell nichts ändern. Aktuell sehen die Marktteilnehmer in den jüngsten Andeutungen eine vage Möglichkeit, dass sich die knappe Versorgungslage entspannen könnte - nicht mehr und nicht weniger. Das nächste offizielle Treffen der OPEC findet am 22. Juni statt. Die Vertragspartner des OPEC-Kürzungsabkommens hatten sich darauf geeinigt, zu diesem Zeitpunkt zu prüfen, ob es bei den Kürzungen, die eigentlich bis Ende 2018 laufen sollen, eine Änderung nötig ist. Sollte im Vorfeld durchsickern, dass die Partner tatsächlich wieder mehr Öl auf den Markt bringen wollen, um die Ausfälle aus Venezuela zu kompensieren, würde das das Aufwärtspotenzial der Preise deutlich dämpfen. Der drastische Produktionsrückgang in Venezuela war so nicht vorhergesehen und daher nicht berücksichtigt worden. Die Wirtschaftskrise des Landes und die verschärften Sanktionen der USA drückten die Ölproduktion so weit, dass sie im April mehr als 0,5 Millionen Barrel täglich (B/T) unter der vereinbarten Quote von 1,97 Millionen B/T lag.

Der wöchentliche Bericht des American Petroleum Institute (API) zu den US-Ölbestandsdaten fiel gestern am späten Abend unter dem Strich neutral aus. Die offiziellen Zahlen des Department of Energy (DOE) folgen heute um 16.30 Uhr und können bei einer klaren Aussage Impulse für die Preisentwicklung bereithalten.


An der Ölbörse liegen die Notierungen unter dem Niveau von gestern früh, jedoch über den Vortagestiefs. Das Barrel der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet zurzeit 71,91 Dollar Tendenz: fallend. Die Nordseesorte Brent steht bei 79,08 US-Dollar Tendenz: fallend das Barrel. Eine Tonne Gasöl wird zu 693,25 Dollar Tendenz: fallend gehandelt. Der US-Dollar ist heute Morgen für 0,8497 Euro Tendenz: gleichbleibend zu haben. Damit kostet der Euro 1,1766 Dollar Tendenz: gleichbleibend. Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt



Die Heizölpreise bewegen sich heute Morgen in die kundenfreundliche Richtung. In der 3-Monatsansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt sich ein minimaler Abwärtsschritt nach langer Kletterpartie. Das ist ein Silberstreif am Horizont, der jederzeit wieder zuziehen kann.

Seit Februar steigen die Heizölpreise - lediglich von wenigen Ausnahmen unterbrochen. Sie stehen in diesem Frühjahr auf hohem Niveau, verglichen mit den letzten drei Jahren. Ein Blick weiter zurück relativiert diese Einschätzung. Bezogen auf die letzten 10 Jahre sind sie aktuell noch als moderat einzustufen. Verbraucher, die sich in diesen Tagen nach dem Preis erkundigen, sind dennoch wenig erfreut. Sie bestellen aus der Not heraus, weil der Tank es verlangt oder weil sie weiter steigende Preise befürchten. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt einen hohen Wert für die Kaufbereitschaft an. Es setzt die Anfragen für Heizöl ins Verhältnis zu den tatsächlich aufgegebenen Bestellungen. Nimmt die Anzahl der Bestellungen im Verhältnis zu den Anfragen zu, spricht das für eine hohe Kaufbereitschaft. In der Lesereinschätzung erwarten lediglich 63 Prozent künftig sinkende Preise.

Seit rund 3,5 Jahren waren die Heizölpreise nicht mehr so hoch wie derzeit. Das ist die Realität, mit der Kunden jetzt arbeiten müssen. Und die Prognosen sind alles andere als rosig. In fast allen Zeiträumen zeigen die Charts Aufwärtstrends. Allein in der sehr langfristigen 10-Jahresansicht weist der Trendkanal unbeirrt abwärts.

Der Rat an alle Unentschlossenen lautet: Verschaffen Sie sich etwas Luft, indem Sie zunächst einen Teil Ihres Heizölbedarfs decken. So lässt sich die aufwärts strebende Preisentwicklung entspannter durchstehen. Beobachten Sie den Markt und schlagen Sie erneut zu, sobald sich eine günstige Gelegenheit auftut. Aus heutiger Sicht könnte es bis zu einem deutlichen Nachlass einige Monate dauern. Geduld ist also gefragt.

Um gute Kaufzeitpunkte optimal nutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm messen Sie den Füllstand Ihres Heizöltanks jederzeit einfach per Knopfdruck.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.